Giardien
Giardien
sind parasitisch lebende Einzeller (Protozoen) aus der Gruppe der Flagellaten.
Flagellaten besitzen Geißeln zur Fortbewegung. Die Giardien besitzen vier
Geißelpaare. Die birnenförmigen Trophozyten sind 11 - 19 µm lang und haben an
der Unterseite eine Haftscheibe. Die Zysten hingegen besitzen eine ovoide Form
mit einer Länge von 10 - 15 µm (1 µm = 1/1000 mm). Die Zellkerne sind deutlich,
unter einem Mikroskop, zu erkennen. Zwei Kerne haben die Trophozyten und vier
Kerne haben die Zysten.
Die Infektion erfolgt durch mit Giadien Zysten
verunreinigtes Wasser oder Kotpartikel sowie verseuchtes Heu. Bereits zehn bis
zwanzig Zysten genügen für eine Giardien Infektion. Kotpartikel können bei der
Chinchillas oral aufgenommen werden z.B. durch verunreinigtest auf dem Boden
liegendes Heu ( daher empfehle ich immer Heuraufen ). Nach der Aufnahme und der
Passage durch den Magen schlüpfen im Darm aus jeder Giardia Zyste zwei
Trophozyten. Diese sogenannte Exzystierung erfolgt durch eine Änderung des
PH-Wertes und eines/des Temperaturanstieges. Die Vermehrung der Giardien erfolgt
durch Zweiteilung der Trophozyten.
Die Zeitspanne von der Infektion bis zum Auftreten von
Zysten im Kot der Chinchillas wird die Präpatenzzeit genannt und dauert bei
Chinchillas fünf bis zehn Tage.

Bild Quelle:
Oregon Department of Human Services
Es ist fast unmöglich gute Aufnahmen einer
Giardia Lamblia Flagellaten im Hobbybereich zu machen. Ersten sieht man sie so gut
wie kaum, da im Kot nur sehr selten welche beim Chinchilla ausgeschieden
werden. Desweiteren wenn man Flagellaten unter dem Mikroskop sieht bekommt
man diese nicht photografiert , da sie sich zu schnell Fortbewegen.
Bei einer mikroskopischen Betrachtung findet man
also fast ausschließlich nur die Zysten!
Diese können zudem je nach angewendetem Untersuchungsverfahren auch noch
deformiert sein. Giardia Lamblia Flagellaten können nur in ganz frischen
Kot für wenige Minuten unter dem Mikroskop gefunden werden. Die
Flagellaten ähneln einer Flunder und bewegen sich in der Kotprobe
fortlaufend bis sie dann absterben. Die Giardien Zysten werden beim
zentrifugieren in einer Labor-Zentrifuge deformiert. Ebenfalls
deformieren sich die Oozyten sehr schnell in einer gesättigten
Kochsalzlösung sowie anderen Lösungen.
Diese Zysten sind in der Außenwelt über einen Zeitraum von ca. 3-4
Wochen infektiös und werden auf fäkal-oralem Weg auf neue Wirte
übertragen. In kaltem Wasser überleben die infektiösen Zysten ca. 2
Monate. Sie sind (leider) auch gegenüber fast jeglichen
Desinfektionsmitteln widerstandsfähig. Giardia-Zysten können in der
Außenwelt nur effektiv mit einem Heißdampfstrahler bekämpft werden, da
sie erst ab min. 70 Grad abgetötet werden können. Hierbei ist aber zu
erwähnen das die meisten Dampfstrahler diese Temperatur nicht erreichen
oder wenn nur wenige Zentimeter nach Dampfaustritt! Ein Dampfstrahler
ist also für feuchte Käfigstellen, Fugen ( Ritzen etc. ) nicht geeignet!
Hier hilft nur ein Austausch oder eine Heißluftpistole.
( aufgenommen mit einem herkömmlichen
MicroOkular )
Durch die niedrige Auflösung und Schärfentiefe des
MicroOkulars sind keine klaren Aufnahmen möglich. Denn die Giardia
Trophozoites bewegen sich sehr schnell.
Giardia
Lamblia
Flagellaten

MikroOkular Aufnahmen
einer Giardia trophozoites - Man kann nur mit viel Phantasie was erahnen.
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