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Kokzidien
Kokzidien
Die Kokzidiose gehört zu den bedeutendsten parasitären Erkrankungen der Nagetiere. Sie kommt praktisch in
jeder Haltungs- und Nutzungsform vor. Kokzidien sind Einzeller, die in den
Zellen der Darmschleimhaut ( Darmkokzidiose ) oder der Gallengänge (
Leberkokzidiose ) leben und sich dort vermehren.
Kokzidien entwickeln sich in einem mehr phasigen, komplizierten Zyklus, an
dessen Ende so genannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese
reifen innerhalb von drei bis sechs Tagen im Einstreu oder Heuresten und
werden dann als infektionstüchtige Stadien von anderen Tieren aufgenommen.
Größte Verbreitung besteht bei den Chinchillas dadurch, dass der infizierte
Kot gefressen wird. Kokzidien sind sehr tückisch!!! Viele Chinchillas sind
mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das heißt, sie
scheiden die Erreger in großen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken!!! Bei
einer Belastung z.B. durch Stress, einer Erkrankung, Futterumstellung, bei
Transport und/oder neuer Umgebung kann die Krankheit ausbrechen!
Oocysten von Kokzidien können bei guten Bedingungen in
feuchten Bereichen bis zu 10 Jahre überleben! Kokzidien Oocysten kann man durch
z.B. Heißdampf heißer als 60 Grad abtöten! Kokzidien die sich in Spalten
aufhalten müssen ausgetrocknet werden. Heißdampf mit einer Temperatur über 60
Grad dringt nur 3mm ein.
| Scientific
classification |
| Kingdom: |
Protista
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| Phylum: |
Apicomplexa
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| Class: |
Conoidasida
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| Subclass: |
Coccidiasina
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| Order: |
Eucoccidiorida
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| Suborder, Family, Genera & Species |
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Adeleorina
- Adeleidae
- Dactylosomatidae
- Haemogregarinidae
-
Hepatozoidae
- Karyolysidae
- Klossiellidae
- Legerellidae
Eimeriorina
-
Aggregatidae
- Aggregata
- Merocystis
- Selysina
-
Calyptosporiidae
-
Cryptosporidiidae
-
Eimeriidae
- Atoxoplasma
- Barrouxia
- Caryospora
- Caryotropha
- Cyclospora
- Diaspora
- Dorisa
- Dorisiella
- Eimeria
- Grasseella
- Isospora
- Mantonella
- Ovivora
- Pfeifferinella
- Pseudoklossia
- Tyzzeria
- Wenyonella
-
Elleipsisomatidae
-
Lankesterellidae
- Lankesterella
- Schellackia
-
Sarcocystidae
-
Sarcocystinae
-
Toxoplasmatinae
- Besnoitia
- Hammondia
- Neospora
- Toxoplasma
-
Selenococcidiidae
-
Spirocystidae
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Symptome bei einer Kokzidiose
Eine Kokzidien - Erkrankung beim Chinchilla macht sich oftmals nur durch
Gewichtabnahme und oder Durchfall bemerkbar. Bei geringer Menge sind oftmals
keine Symptome festzustellen! Erst bei Stress, Schwächung des
Allgemeinzustands, Futter Umstellung oder Neuverpaarung können Symptome
auftreten.
Geringer Befall von Kokzidien
Bei geringem Befall verläuft die Erkrankung meist unbemerkt. Sind aber
ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch Kokzidienbefall entzündet, kann die
Nahrung nicht mehr richtig verdaut- und ausgenutzt werden. Das Chinchilla magert
ab!!! Ist die Darmflora durch den Befall von Kokzidien geschädigt, können sich
auch andere bakterielle Infektionen rasch ausbreiten. Dies ist meist mit starker
Gasbildung im Darm verbunden und kann dann sehr schnell zum Tod des Tieres
führen!
Leberkokzidiose
Bei der Leberkokzidiose steht eine ausgedehnte - und schlimme Entzündung
der Gallengänge -, sowie eine Leberschwellung im Vordergrund.
Alttiere / Jungtiere
Bei dieser Form der Kokzidiose sind ältere Chinchillas stärker betroffen als
junge. In einem Tier können asynchron Infektionen mit verschiedenen
Kokzidien-Arten gleichzeitig ablaufen.
Widerstandsfähigkeit der
Kokzidien
Die Oocysten sind sehr widerstandsfähig und können in unsauberen Käfigen im
ungünstigen Fall bis zu 10
Jahren überleben!
Kokzidien vertragen keine Hitze Oocysten können jedoch keine Hitze vertragen, bei 60 Grad sterben sie innerhalb
weniger Sekunden ab! Käfige, die mit einem Heißdampfstrahler ausgespritzt werden
können, sind am leichtesten zu desinfizieren. Dennoch sollten besser feuchte
Teile entsorgt werden und gefährdete Bereiche, wenn möglich, mit einer
Heißluftpistole behandelt werden.
Käfig reinigen & desinfizieren
Am besten eignet sich hierzu die Dampfente SC 952 von
Kärcher, diese entwickelt einen Wasser
Dampf von über 110° Grad. Die hohe Temperatur wird aber nur max. 2cm vom
Austritt des Dampfes erreicht. Andere Geräte haben in zahlreichen Test max. 80
Grad erreicht oft sogar wesentlich weniger.
Desinfektionsmittel gegen
Kokzidien
Es gibt wenige Desinfektionsmittel die gegen Kokzidien wirken. Ein sehr
gebräuchliches ist Bactazol, so denken jedenfalls viele Hobbyleute. Das Mittel
ist jedoch für eine Desinfektion von Kokzidien verseuchten Käfigen absolut nicht
geeignet. Bactazol ist legendlich geeignet für Ektoparasiten (
z.B. Flöhe, Zecken, Milben oder
Haarlinge )
Neopredisan als Kokzidien Desinfektionsmittel
Zitat:
| Das einzige
Breitbanddesinfektionsmittel mit patentierter Wirkformel gegen
ausgeschiedene Endoparasiten. |
Wirksamkeit gegen
ausgeschiedene Endoparasiten:
- gegen Wurmeier (ascaris
suum) * 2 % - 2 Stunden Einwirkzeit
- gegen Kokzidien (isospora
suis) ** 2 % - 1 Stunde Einwirkzeit
- gegen Kokzidien (eimera
tenella)*** 3 % - 4 Stunden Einwirkzeit
- gegen Cryptosporidien (C.-parvum)
**** 3 % - 1 Stunde Einwirkzeit
- gegen Clostridien (C.perfringens
C) ***** 4 % - 1 Stunde Einwirkzeit
- gegen TBC (mycobacterium
avium Av 56)* 4% - 3 Stunden bzw. 6 % 2 Stunden Einwirkzeit
- gegen Bakterien, Pilze,
Viren
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* von der DVG in
die 11. DVG-Liste des DVG geprüften Desinfektionsmittel für die
Tierhaltung aufgenommen. Dt. Tierärzteblatt 09/2000
** Gutachten Institut für Parasitologie, Tierärztliche
Hochschule Hannover, Dr. A. Daugschies, vom 03.06.99. Ergebnis
des in vitro Versuches: 2%/1h, Wirksamkeit 96,96 Lysis
*** Gutachten Institut für Parasitologie, Tierärztliche
Hochschule Hannover, Dr. A. Daugschies, vom 14.07.98. Ergebnis
des Tierversuches: 3%/4h, Wirksamkeit 98,2%
**** Gutachten Institut für Parasitologie, Humboldt Universität
zu Berlin, Prof. Dr. Dr. h. c. Th. Hiepe, Dr. D. Mielke, vom
02.11.98. Ergebnis des in vitro Versuches: 3%/1h, Wirksamkeit
94,9 % Lysis.
***** Gutachten Staatliches Veterinär- u.
Lebensmitteluntersuchungsamt Potsdam, Dr. Köhler, 22.02.99,
Ergebnis des in vitro Versuches: Auf gut gereinigten Flächen
kann mit einer sicheren Abtötung der Sporen von Cl. perfingens
bereits nach 1stündiger Einwirkungszeit von 4% NeopredisanTM
135-1 gerechnet werden.,
Wirkstoff: Preventol CMK (4-Chlor-m-kresol)
Biologische Abbaubarkeit: ist biologisch gut abbaubar (90%) nach
OECD-Testguidelines 301 C
Akute Toxizität: LD 50 oral, Ratte: 2.500 mg/kg Ratte
LD 50 dermal, Ratte: > 500 mg/kg, 7 d Exposition; bei dieser
Dosis keine Symptome
LD 50 inhalativ, Ratte: > 0,7 mg/l, 4 h Exposition; bei dieser
Dosis keine Symptome
Auch im belegten Stall - bei sachgemäßer Anwendung -
einsetzbar. |
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Quelle:
http://www.delicano.de/kaninbekaem.htm
Feuchte Stellen - Sitzbretter
Bei Chinchilla Käfigen, die hingegen aus Holz gebaut sind, sollten Sitzbretter -
vor allem die, die feucht sind - entfernt bzw. erneuert werden. Grünfutter wie
z.B. Heu, sollte grundsätzlich nicht mit Einstreu in Berührung kommen und über
Futterraufen angeboten werden! So kann eine Wiederinfizierung verringert werden.
Diagnose
Kokzidien Oozysten werden in einer Natriumchlorid / Glucose-Lösung mit der
Flotationsmethode angereichert und mikroskopisch, durch den Tierarzt oder dem
Labor, nachgewiesen. Oozysten von Isospora zeigen eine deutliche Fluoreszenz
bei einer Bestrahlung mit UV-Licht. Dies nutzt man zur schnelleren und
leichteren Diagnose (1).
Seit neusten werden auch Untersuchungen mit dem Merthiolat-Iodine-Formaldehyde
Concentration (MIFC-Verfahren)(2)
bei einigen Großlabors angeboten. Es handelt sich um ein qualitatives Verfahren.
Behandlung
von Kokzidiose
Mögliche Medikamente bei Befall:
( auf jeden Fall den Tierarzt befragen!!! )
Amprolium 5 mg/kg LM über 21 Tage,
Decoquinat 0,5 mg/kg LM über 21 Tage,
Monensin (RUMENSIN) 0,25 mg/kg über 31 Tage oder 15 g/t Futter,
Toltrazuril (BAYCOX) 20 mg/kg oral oder übers Trinkwasser
Desweiteren gibt es noch Kokzidiol SD VET
Persönliche Empfehlung
Ich empfehle aus eigener Erfahrung heraus Baycox mit dem Wirkstoff
Toltrazuril von der Firma Bayer. Es ist sehr effektiv und kann übers Trinkwasser stressfrei
der kompletten Haltung schnell und einfach verabreicht werden. Durch die hohe Wideransteckungsgefahr sollte nach 2 bis 3 Wochen
nachbehandelt - und nochmals eine Kotsammelprobe eingeschickt werden.
Sie haben weitere Adressen zu Informationen, Fotografien & PDF-Files rund um Giardien & Kokzidien ?
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